Es war die Pressemeldung der Woche! Wenn nicht gar des Monats... ach, was sage ich: Des ganzen Jahres! Da hat sich doch tatsächlich erstmals in Deutschland ein Schwein an der sogenannten Schweingrippe infiziert. Faszinierend!
Dass sich das arme Tier bei seinem Bauern angesteckt hat, macht die Sache nicht besser. Gehässige Menschen mutmaßen ja bereits über unschöne sodomistsische Aktivitäten, die dem armen Tier im wahrsten Sinne durch Sauereien (Tröpfcheninfektion!) den H1N1-Virus bescherten.
Eher wissenschaftlich orientierte Experten widerum können nicht nachvollziehen, warum ihre Mitmenschen angesichts der Schweinegrippe-Infektion eines Schweines ins Schmunzeln geraten. Denn eigentlich heißt diese Krankheit ja inzwischen offiziell "Neue Grippe". Wieder so eine beschönigende Wortschöfung, ähnlich wie es vor 20 Jahren die "Neuen Länder" waren, wenn man doch eigentlich die ehemalige DDR meinte.
Man munkelt dass das bedauernswerte Schwein -im Gegensatz zu seinem Krankheitsüberträger- "gekeult" worden sei, womit -ebenfalls arg beschönigend- die Tötung der armen Sau gemeint ist. Durch diese Maßnahme soll die Ausbreitung der Infektion innerhalb des deutschen Schweinebestandes verhindert werden.
Angesichts dieser Entwicklung wird einem doch ein wenig bange. Man kann sich förmlich vorstellen, wie im Gesundheitsministerium Expertenrunden mit vor Freude funkelnden Augen über eine ganz neue, drastische Gesundheitsreform diskutieren. Die Keulung von Patienten würde endlich mal wirklich radikale Einsparpotentiale ermöglichen.
Noch traut sich freilich kein Volksvertreter mit konkreten Vorschlägen auf die politische Bühne. Aber das ist vermutlich nur eine Frage der Zeit. Verdammte Sauerei... Vielleicht sollte ich mir das mit der Schweinegrippe-Impfung doch noch mal überlegen.
PS: Was ist eigentlich mit Vegetariern und Moslems? Können die auch die Schweinegrippe kriegen?
(C) 12/2010 Arne Salig
06.12.2009
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